18 Aug 2009

Alles Skat und Rauch

Nach der kurzen Begrüßung des armen Wirtes, selbst Nichtraucher, setze ich mich zu Claudia, Yvonne und Nicolaus an einen runden Tisch, etwas abseits im hinteren Bereich des Irish Pub. Irish steht doch auch für grüne Lunge. Frische Luft, Wiesen, Meer und Brise. Doch da wird zumindest heute nichts draus.

18, 20. Und so weiter. Während die Karten die Runde machen und ein Spiel sich an das andere reiht, tun die angezündeten Zigaretten ihr Werk, wie ich später, schon auf dem Heimweg lernen werde.Claudia und Yvonne rauchen nun während der 3 Stunden Runde beinahe permanent. auffallend, die eine zieht die andere mit. Dann rauchen sie wieder wie im Staffellauf. Ich mache aus, Du zündest an. Zwischendrin fragt Nikolaus, ob man nicht mal ein Fenster öffnen könnte. "Ja, wenn’s nicht zu kalt wird" erwidert Claudia, die sich die wievielte auch immer ansteckt. West, Marlboro Light wird zerknittert. Kurz mal zum Klo. Mit neuer Packung zurück. Müssen Raucher eigentlich jedesmal pinkeln, wenn sie eine neue Packung ziehen wollen?

Die kleine Öffnung in einem Oberlicht bringt echt nichts außer den frierenden Blicken der beiden Raucherinnen. Die haben mittlerweile eine neue Art von Kommunikation entwickelt. Da Claudia die einzige mit Feuer ist, muß das Feuerzeug stets hin und her, und wieder zurückgereicht werden. "Claudia will ihr Feuerzeug nicht weggeben, ich muß es immer wieder auf den Tisch legen, " bemerkt Yvonne und saugt den ersten Zug von der neunten Zigarette ein. Mittlerweile habe ich mich zum Übergeber des Feuerzeugs entwickelt. Da wir ja Skat spielen, muß der Tisch halt frei sein. Bedeutet: Aschenbecher, Feuerzeug und die Packungen selbst kommen zu den Gläsern auf Nebenstühle und Fensterbank. Kannst mir noch mal das Feuerzeug geben. Oh, ich habe es vergessen an Claudias Stammplatz zurückzulegen. Und schon brennt die nächste.

Nicolaus fragt mich, ob ich nicht mehr rauchen würde. Man muß wissen, er ist nicht nur trockener Alkoholiker und sitzt gern in Kneipen, sondern hat sich auch das Rauchen vor 3 Monaten abgewöhnt. Was bei seiner Vorliebe für Kneipen und dazu einer Partnerin die raucht bestimmt einer Willensanstrengung bedarf, vergleichbar mit der, als wollte man zum Everest rauf will. Ob er das weiß? Ich erwidere, ich hätte doch noch nie richtig geraucht und er sieht bei meiner Antwort etwas enttäuscht aus. Vielleicht wäre ihm ein Leidensgenosse hier lieber gewesen.


Ich habe nicht mitgezählt, aber die beiden jungen Frauen haben so an die zwei Packungen verraucht. Was sie sich damit angetan haben, wissen sie wohl nicht. Ich weiß aber, was sie mir und ich mir selbst mit meinem Selbstversuch angetan habe.
Nicht nur, dass mir während des Skatspiels schon mal hier und da die Augen brennen und ich den Ascher mit abgelegter Kippe etwas von mir wegrücke. Nein, schon auf dem Heimweg kann ich mich selbst nicht mehr riechen und schaue zum Himmel rauf, so in der Art und Weise: Danke lieber Gott, dass ich nicht mehr rauchen muß!


Zuhause erst mal schnell ausziehen, Hände und Gesicht waschen. Da ich keinen Balkon habe, wird die Lüftung etwas schwierig. Das meiste geht gleich in die Waschmaschine. Am Morgen dann sofort waschen. was für eine Action um halb zwei morgens. Mantel und Jeansjacke auf den Bügel zum auslüften. Als ich morgens im Bette erwache, bemerke ich, dass meine Hände trotz nächtlichen Waschens nach Rauch stinken. Die erste Maßnahme ist nun erst mal Selbstreinigung und die Klamotten waschen und Mantel auslüften. Noch so einen Test mache ich das nächste Mal nur bei tariflicher Gefahrenzulage und Schmutzgeldzahlung. Immerhin habe ich mich beinahe 3 1/2 Stunden dem Passivrauchen ausgesetzt, was ja nicht minder schadet als aktiv qualmen.

3 comments:

Kippe said...

Ja ja, immer schön auf die Raucher, als wenn es nichts anderes gäbe. Ich kenne noch mehr Dinge die krank machen und keinen störts.

DoktorNo said...

Jo genau! Komme grade aus der Kneipe und die ist ja nun wieder Raucherkneipe weil sie schön klein und gemütlicvh ist. Prost

Anonymous said...

Versteh ich nicht!Warum tust du dir das an?