20 Apr 2012

Längeres Leben durch mehr Zeit



"Ich habe alle Zeit der Welt", wer das von sich sagen kann ist kein geringerer als Horst D. Lindenau, Begründer des internationalen Terrestrial Life Managements (TerLiMa).

TerLiMa-News fragen nach.

TerLiMa-News: Zeit, was bedeutet das für Dich?

Horst D. Lindenau: Zeit ist Gott. Der wohl einzige welcher existiert. Ohne Zeit ist für uns nichts vorstellbar. Zeit kommt in allen Dingen an erster Stelle. Und gerade deshalb wundert es mich, dass so wenig auf der Welt für vernünftiges Zeitmanagement getan wird. Gibt es irgendwo einen renommierten Lehrstuhl nur für Zeit? Heute geht es stets darum schnell und schneller zu sein. Alle Lebensbereiche sind von diesem Wahn durchseucht. Man will zwar schnell sein, Pünktlichkeit, Zeitrecource und Entschleunigung bleiben Fremdworte.

Ich erinnere wie ich vor 35 Jahren von einer 6-wöchigen Rundreise durch Spanien zurückkehrte. Niemand hier wollte mir glauben, dass dort die Eisenbahn absolut unpünktlich verkehrte. Und heutzutage hat das auch bei uns Einzug gehalten.

Wenn ich schon diesen wirklich blöden Spruch "akademisches Viertel" höre. Das ist wohl der größte Blödsinn. Warum können Akademiker denn nicht pünktlich sein? Besuchen sie mal Indien. Da fährt die Eisenbahn pünktlich.

TerLiMa-News: Warum ist denn wichtig seine Zeit zu organisieren?

Horst D. Lindenau: Wir leben in einer Epoche, wo wir durchaus von Zeitwohlstand sprechen können. Es gibt rational niemanden, der mit Recht äußern könnte, ich habe keine Zeit. Es ist eben eine Frage der Selbstorganisation, des eigenen Zeitmanagements. Bedeutet, Zeitkiller entdecken und fortjagen. Da denke ich in erster Linie an den leider so weit verbreiteten Fernsehkonsum. Das ist wohl in der Praxis die Nr. 1 bei den Zeitkillern.

TerLiMa-News: Zeitwohlstand? Was muß man sich darunter vorstellen?

Horst D. Lindenau: Manche machen es sich einfach und glauben an den Spruch, "Hast du ausreichend Geld, hast du keine Zeit, oder eben wer über viel Zeit verfügt, hat demzufolge kein Geld". Das ist blanker Unsinn. Zeit und Geld haben nichts miteinander zu tun. Geld ist ja nur eine vorübergehende Erscheinung in Gesellschaften, Zeit ist immer da und wird es auch in Zukunft sein.

Der Begriff Zeitwohlstand bedeutet eher, ich habe heutzutage durch das moderne Leben einfach freie Zeiten zur Verfügung, welche noch vor 100 Jahren nicht vorhanden waren. Der Mensch arbeitet weniger und braucht sich um seine Nahrungsbeschaffung nicht mehr so lange kümmern wie damals. Leider lassen sich die meisten Zeitgenossen dann diesen Wohlstand direkt vom Fernseher wegnehmen.

Da gibt es aber noch mehr Zeitkiller. Der Computer ist drauf und dran durch seichte Angebote, Spiele und dergleichen dem TV Konkurrenz zu machen. Ein weiterer Zeitkiller kommt durch die allgemeine Beschleunigung. Alles muß jetzt gleich und sofort passieren. Geduld ist uncool und für viele schon schwer ertragbar. Just-in-time heißt die Devise. Ich will es und ich will es jetzt. Da muss man sich natürlich auch von lösen, will man wirklich sein Zeitkonto klarieren. Entschleunigung ist hier angebracht.

TerLiMa-News: Wie kann jemand denn bei sich selbst beginnen?

Entschleunigung entsteht z.B. beim gemütlichen Frühstück, am besten mit Freunden oder Familie, auch am Arbeitsplatz ginge das. Oder ganz in Ruhe Zeitung lesen und den Tag in Ruhe angehen lassen und planen. Wer natürlich zu spät aus den federn kommt und dann zur Arbeit hetzen muß, der kommt nicht auf solche Ideen. Entschleunigung entsteht auch dann, wenn ich mich mit Menschen treffe, welche nicht besonders im Terminkalender stehen als VIP Kontakt, sondern einfach nur um zu kommunizieren, sich austauschen, echte Menschen treffen. Halt nicht nur über Internet oder passiv zuschauen wie bei Seifenopern im Fernsehen.

TerLiMa-News: Du hast mal davon gesprochen, man sollte seine Tage zählen, nicht die Lebensjahre. Warum?

Horst D. Lindenau: Die durchschnittliche Lebenserwartung lag im Jahr 2000 in Europa bei 63 Jahren, Männer und Frauen gemeinsam betrachtet. Das ist ein verdammt kurzes Leben, wenn ich nach den derzeitigen Maßstäben lebe. Hier lässt sich schon durch die Umstellung von Jahren auf Tage ein, sagen wir mal, erst mal optischer Zeitgewinn erstellen. 63 Jahre sind ja ca. 22.000 Tage. Na und die muß ich dann wirklich gezielt und bewusst, gut organisiert leben. Das ist reiner Zeitgewinn durch eine andere Betrachtung der an sich gleichen Zeiträume. Denn 24 Stunden bleiben 24 Stunden. Auch wenn ich Stunden mit Äpfeln vergleiche. Die Natur macht es uns vor. Zeit ist dort direkt an Aktivität und Inaktivität gebunden. Dazwischen gibt es nichts. Ein Baum wird nie seine Zeit vergeuden. Der Baum hat einen Auftrag und den gilt es in der verfügbaren Zeit zu erfüllen.

TerLiMa-News: Nochmal zu meiner Frage, was kann der Einzelne denn am sinnvollsten für sich tun, um Zeit zu gewinnen?

Horst D. Lindenau: Gewinnen braucht niemand Zeit. Sie ist ja da. Und zwar für alle gleich. Es ist die Zeithygiene die es braucht. Ein guter Rat wäre einmal aufzuschreiben, wie so eine typische Woche bei einem selbst abläuft. Da sieht man schnell die Zeitfresser. Und diese dann gezielt wegstreichen. Was es ja nicht gibt, ist eine Zeitpolitik, die kann auch jeder für sich einführen. Alles was man so zu tun hat einmal auf eine Probe stellen. Muß das wirklich sein? Dann stellt sich auch Lebensfreude und Streßfreiheit ein.

Und mal ehrlich, wer morgens bis zehn im Bett bleibt und eben abends 5 Stunden Fernsehen konsumiert, für den ist die Zeit schon verronnen. Ich habe einige gute Erfahrungen hinsichtlich der Betrachtung der Zeit mit Meditationen erfahren. Durch Meditation ist es wohl möglich, Zeit differenziert zu erleben. Aber auch hier gilt, eine Stunde hat 60 Minuten.

4 comments:

Horst Lindenau said...

Dieser Beitrag ist der website www.terlima.de entnommen. Diese website existiert nicht mehr und ich werde die dort geschriebenen Texte nach und nach hier auf terlima-news veröffentlichen.

Anonymous said...

Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht ob ich wirklich ein längeres Leben haben möchte. Was bedeutet später als alter Mann halbblind und taub und zitterig im Rollstuhl und immer auf Hilfe angewiesen. Lieber voll Gas geben und das Leben heute geniessen. Nur so eine >Idee aber das Thema ist schon interessant.

Jung an Jahren said...

Ist ja so ziemlich ein Jahr her als du dies gepostet hast. Kinder wie die Zeit vergeht. Wie alt bin ich?

Peer SE said...

Sehr gelungener Beitrag Herr Lindenau. Danke mal und freue mich mehr von Ihnen zu lesen können.