19 Aug 2013

Ein Plädoyer für Bewegung


Die meisten Menschen sitzen heute bei der Arbeit, acht Stunden oder noch mehr pro Tag. Sitzen aber bedeutet geringen oder gar keinen Energieverbrauch. Die Kalorienverbrennung sinkt auf ein absolutes Minimum. Sitzen mindert die Aktivierung der unteren Rückenmuskulatur. Die Aktivität in den Beinen wird gekappt und der Enzymspiegel, welcher an der Umwandlung von Fett beteiligt ist, geht um 90 Prozent zurück.

Schon nach zwei Stunden Sitzen sinkt der Wert des guten Cholesterins um 20 Prozent und einem Tag lässt die Wirksamkeit von Insulin um 25 Prozent nach. Damit steigt das Risiko einer Diabetes Erkrankung.

Wer viel sitzt, ob zu Hause oder bei der Arbeit, der/die schadet seiner Gesundheit aber noch auf vielfältige andere Weise. Im sitzen Rauchen, Alkohol trinken, kein Sport und Junkfood obendrauf, all das ist schon allein  ungesund, dazu addiert sich das Sitzen. „Sitzkrankheiten“ verkürzen unser Leben und erhöhen die Kosten der Gesundheitsfürsorge.

Was passiert genau beim Sitzen? Längeres Sitzen führt dazu, dass sich die unteren Rückenmuskeln zurückhalten. Wenn die Muskeln nicht richtig arbeiten, müssen Strukturen wie Bänder und Bandscheiben Überstunden machen. Unsere Rückenmuskeln werden schlaff und faul. Wenn Sie am Tag sechs Stunden oder  mehr sitzen, ist die Wahrscheinlichkeit, daß Sie in den nächsten 20 Jahren sterben, um 40 Prozent höher als bei einem anderen, der weniger als drei Stunden sitzt. Und Menschen mit einer sitzenden Tätigkeit leiden doppelt so häufig an Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie vergleichsweise Menschen, die bei der Arbeit stehen.

Sitzen und Schmerzen im unteren Rücken hängen zusammen. Und über Rückenbeschwerden klagen heute beinahe 70% der erwachsenen Bevölkerung. Die sitzend verbrachte Zeit steht dazu in Verbindung mit einem erhöhten Risiko von Diabetes.

Das Sitzen wirkt sich negativ auf unsere Körpersysteme, unsere Wirbelsäulenmuskulatur und unsere Kraft aus. Der Hüftbeugermuskel wird durch das Sitzen verkürzt und verspannt, was wesentlich zu Schmerzen im unteren Rückenbereich beiträgt. Patienten mit Schmerzen im unteren Rücken weisen eine Atrophie der Lendenmuskulatur auf. Besonders betroffen sind der lange Rückenstrecker und die kurzen Rückenmuskeln.

Die Ursache sind Inaktivität und dafür ist hauptsächlich das Sitzen verantwortlich. Dicke Menschen sitzen durchschnittlich zwei Stunden länger als Dünne. Der Anteil derer, die Sport treiben, hat sich von 1980 bis 2010 nicht verändert, aber die Zeit, die im Sitzen verbracht wird, hat sich auf acht Prozent verdoppelt und entsprechend ist unser Taillenumfang gewachsen.

Also, was tun? Treppe statt Aufzug? Ich kann mich erinnern, als ich das seinerzeit machte, und wir hatten das Büro im dritten Hochgeschoß, hatten meine Kollegen nur Häme für mich übrig.

Zu meiner Genugtuung kann ich heute sagen, ich bin mit 60 Jahren noch top fit, während wohl einige von denen damals schon an Diabetes und Herzkreislauf knabbern. Also, einfach öfter mal aufstehen. Dehnen, strecken. Auf und ab gehen. Im Bus kann man auch stehen! Und wenn sie schon den Tag auf der Arbeit sitzend verbringen, bloß nicht zu hause noch mal dasselbe.

Das Leben ist eigentlich zu kurz, um es vor dem Fernseher sitzend zu verbringen und dabei langsam zu verrotten. Nebenbei bemerkt habe ich jetzt selber eine Stunde gesessen und... stehe jetzt auf!

Foto: Sitzen kann auch schön sein

3 comments:

Anonymous said...

ok, ich sauf`jetzt nur noch im Stehen oder Liegen ;)

Anonymous said...

Hahaha, guter Ansatz. Und ich habe meinen Lappi auf den Kleiderschrank befördert und tippe im stehen.

Horst Lindenau said...

Guter Anfang!