29 Oct 2013

Hier liegen meine Gebeine - ich wollt' es wären Deine

 Als vor ein paar Jahren ein Freund von mir mit tödlichem Krebs diagnostiziert wurde, hatte er noch maximal 6 Monate zu leben. Unglücklicherweise schaffte er es nur noch die nächsten 4 Monate. Was er aber in dieser ihm verbliebenen Zeit tat, war beeindruckend und straff organisiert zugleich. 

Er regelte alle seine Hinterlassenschaften und entwarf selbst seine Todesanzeige für die Tageszeitung. Die einzig wahre und aussagekräftigste, welche mir je untergekommen ist. 

Neulich auf einem Seminar für mein „Longevity Training“ wurden alle Teilnehmer aufgefordert, den eigenen Nachruf zu verfassen. Oha! Das war nicht einfach. In 20 Minuten das eigene Leben zu Papier bringen.

Die Frage kommt schnell auf, wer bin ich eigentlich „gewesen“? Wer wäre ich denn gerne gewesen? Ich habe meine Schlüsse aus der Übung gezogen und arbeite mittlerweile an einer Art Biografie. So habe ich mehr Zeit, alles in Ruhe zu überdenken und niederzuschreiben. Ist doch furchtbar, wenn man da in einer Kapelle sitzt und der Pastor liest irgendwas vor, was ihm Hinterbliebene zugemailt haben. Apropos Pastor, bei mir braucht so einer nicht zur Beerdigung auftauchen. Aber auch das will geregelt sein.

Foto: Das ist ein Grabspruch eines Seemansgrabes in Brake (Niedersachsen)

3 comments:

DoktorNo said...

Was für ein Zufall Horst ich bin gerade dabei mein Testament und Versicherungspapiere zu ordnen und einiges zu ändern. Aber es ist schon wie du schreibst, ich habe mir selbst damit auch zulange Zeit gelassen. Schöne Grüße und weiter so!

stbayst 17 said...

Von meinem verwesenden Körper
wachsen Blumen aus dem Grab
und das ist Ewigkeit.Von Edward Munch

Schupsi000 said...

Oder: Er hat gesoffen und gehurt. Das war alles was er konnte!